Stilblüten

Heute morgen bei der Faz.

via : F.A.Z.-Stiltest: „Ich schreibe wie . . .“ – Hintergründe – Feuilleton – FAZ.NET.

Was dabei rausgekommen ist ? Ich habe die Geschichten eingegeben und kriegte 1 x Nietzsche2 x Charlotte Roche, 3 x Peter Handke, 4 x Ingo Schulze2 x Uwe Tellkamp, 1 x Thomas Hettche und 1 x Kurt Tucholsky.

Interessant.

Als Parodist hat man natürlich keinen unverwechselbaren Stil, aber dass die Bachmannparodie als Handke daherkommt und der Hesse als Tucholsky bekümmert mich doch ein wenig.

Also direkt weiter zur englischsprachigen Originalseite „I write like“ mit der „Bedtime Story“ . Und da kam dann die ultimative Bauchpinselei:

I write like J. R. R. Tolkien

Wenigstens das hat geklappt.

;-D

à propos

Wer will, kann eine neue Geschichte von mir lesen.

Neu ist übrigens gelogen. Ich erinnere mich dunkel so um 2003 damit angefangen zu haben.
Ich würde sie im Anschluss an die Diskussion gerne als meinen schlecht gefälschten Hesse bezeichnen. Oder vielleicht Wiechert. Ein bisschen C. G. Jung ist drin und etwas Käte Recheis und natürlich Hans Christian Andersen und Wilhelm Hauff. Mehr fallen mir jetzt gerade nicht ein.

Schreiben und abschreiben

Man kann das Verschwinden der Originalität beklagen oder nüchtern feststelllen, dass es eh nur 3 gute Geschichten auf der Welt gibt, die immer neu erzählt werden.

1.) Initiation, Coming Of Age, Erwachsen werden.
2.) Konfrontation, Schicksal, Deus ex Machina, höhere Mächte.
3.) Transformation, vom Saulus zum Paulus und umgekehrt.

Aber da gibt es ja noch den Stil, die Protagonisten, den gesellschaftlichen Hintergrund, die Sprache, die Intention.

Und zumindest da kann man versuchen originell zu sein – oder wenn man das nicht schafft – intertextuell arbeiten mit Zitat, Querverweis, Parodie und Paraphrase.

Solange das in irgendeiner Weise an- bzw. zugegeben wird, (und zwar vor der Veröffentlichung!) regt sich keiner auf. Niemand, der schreibt, wird von sich behaupten gänzlich unbeeinflusst zu sein von dem was er liest.

Es sei denn, er ist jung und braucht das Geld.

Und was die gestern beschworene Medienkampagne betrifft:
Es geht schon los.

Geschichten machen

heisst auch sich darüber im Klaren sein, daß alles schon mal da war und nur wieder neu erzählt wird. Gerade ist mir aufgegangen, daß der Kleine Häwelmann eigentlich Icarus heisst.

Nicht mehr ganz so griechisch-tragisch aber das Thema der ‚Himmelssehnsucht‘, die dem Menschen nicht zusteht, ist klar wie Kloßbrühe.

Was ist nur an dem, was wir nicht erreichen können, daß wir es gerade deshalb so dringend wollen?

Sich ‚überheben‘, wie Icarus. Hochmut kommt vor dem Fall.

Niemand ist eine Insel …

Aber was für eine wäre man wenn man eine sein könnte? Irland – bezaubernd grün, leicht versoffen und zerrissen? La Gomera – sanft umspülte Strände und den Kopf in den Wolken? Madagaskar – ziemlich schwül – joho und ne Buddel voll Rum? Mallorca – hoffungslos von Eindringlingen überflutet aber mit versteckten einsamen Ecken?
Lanzarote – nah am Ursprung und voll schwarzen Gerölls das sich sofort wieder in Bewegung setzt sobald keiner hinguckt? Santorini – weissglänzend um eine verlorene Mitte? Skye – schroff und stürmisch und voller Sagen und Geschichten? Galapagos – ein Hort einzigartiger Dinge?

Oder vielleicht einfach nur Helgoland. Störrisch, kantig und im Schwinden begriffen.

Und da war da noch

diese Website, ich weiss. Aber während ich mit meiner Code-Blockade ringe, hat sich wenigstens die Schreibblockade gelöst. Schade, dass es mir immer nur einmal im Jahr gelingt eine Geschichte in einem Rutsch runterzuschreiben. Von Quartalssäufern hat man ja schon gehört, aber Jahresschreiber? Egal. Sie hat lange in meinem Hinterkopf gespukt und nun ist sie fertig. Jedenfalls so ziemlich :-).

Und da man ja bloggt um den Zeitgeist einzufangen ist hier noch eine Horrorgeschichte zur guten Nacht. Passt ausgezeichnet zu meiner story. Vielleicht bau ichs noch ein.