Terry Pratchett – in memoriam

Do not go gentle into that good night
Dylan Thomas, 1914 – 1953

Do not go gentle into that good night,
Old age should burn and rave at close of day;
Rage, rage against the dying of the light.

[…]

And you, my father, there on the sad height,
Curse, bless, me now with your fierce tears, I pray.
Do not go gentle into that good night.
Rage, rage against the dying of the light.

Seine Bücher waren mir Freunde seit mehr als zwanzig Jahren, seine Worte immer ein Trost, sein Humanismus ein Halt, sein Humor Hoffnung.

Ich fühle mich traurig und alleingelassen, wieder ein bisschen schutzloser, verwundbarer und alt.

Was bleibt, ist gebannt zwischen Buchdeckeln, gegossen in wunderbare Figuren: Esmeralda Wetterwachs, Tiffany Weh – diese starrsinnigen, verantwortungsbewussten, nervtötenden, übermenschlich menschlichen Frauen und Mädchen. Den irrsinnig liebenswürdigen Zaubereren. Den gütigen Tyrannen und natürlich den Wächtern, die die Wächter bewachen.

Nicht zuletzt aber in seinem tiefsten und liebenswertesten Charakter. Es gibt keine Gerechtigkeit, es gibt nur IHN. Und nun hat ER er ihn geholt.

Ich hoffe, Terry Pratchett sitzt mit Albert in Tods Haus. Gemeinsam braten sie sich Frühstück und spielen mit den Katzen. Manchmal vielleicht, wird er mit dem Gevatter ausreiten und auf uns herabsehen und er wird immer noch zornig sein über unser aller Dummheit und trotzdem wird er mit uns lachen. Nicht über uns. Nie.

Asozial

Soziale Netzwerke machen mir Angst. Diese vielen kleinen Fäden, die von Person a zu Person z gehen und wieder zurück und zwischendurch noch einen Abstecher über Person n bis Person n hoch x machen, können
Person a schneller erwürgen als man tracebook sagen kann. Ich will nicht Piep sagen. Ich will nicht Person a sein. Höchstens Persona.

Deswegen ist das hier keine Webpräsenz sondern ein ganz altmodisches Webpräsent.

Das ich vielleicht neu verpacken werde. Mal sehen.

Prudence versus Lolita

Die Autorinnen sind in dieser Reihe alle auf ihrem jeweiligen Cover zu sehen, kokettieren in verschiedenen Posen, stecken sich mal neckisch den Finger zwischen die Lippen, kichern hinter vorgehaltener Hand, lutschen hingebungsvoll und mit großen Augen an einem Lolli. Was man halt so macht als selbstbewusste Frau.

via :

Pornos von Studentinnen: Der Unimädchen-Report – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – UniSPIEGEL.

Der Strukturwandel und seine Opfer

Arcandor geht in die Insolvenz – Eigentum vernichtet – Wirtschaft – sueddeutsche.de.

Wie Terry Pratchett  es damals in seiner Nomentrilogie* beschrieb: Von „Günstige Angebote in Hülle und Fülle!“ bis „Alles muss raus!“ ist es manchmal ein verdammt kurzer Weg.

Und wo gehen sie dann hin, die kleinen Leute?

„Karstadt ist mein Leben

Immer schneller,  höher, weiter… und dann?

Hugendubel setzt auf Kündigungen

Einzig unser aller Lieblings-Stehauferpel hat heute Grund zum Feiern.

Ich will zurück nach Entenhausen.

* „Trucker“, „Wühler“, „Flügel“ (Unbedingt lesen!)


Zivile Opfer

Der Homo Konsumens vergiesst Blut jetzt auch unmittelbar…

Wir tragen von indischen Kindern gepflückte Baumwolle, wir essen Ananas, für die sich Menschen zu Tode gearbeitet haben, wir tragen Turnschuhe und wir telefonieren mit Handys die billige Lohnsklaven weit weg für uns herstellen, wir erwarten von Händlern dass sie am liebsten 24 Stunden für uns da sind und dass sie auch mal für uns sterben, wenns halt gar nicht anders geht.

Immerhin zahlen wir gutes Geld.

USA: Schnäppchenjäger trampeln Verkäufer zu Tode – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Panorama.

Tabubruch im Buch

Bücher überschreiten Grenzen. Bücher helfen uns zu verstehen. Die Bücher die gesellschaftliche Tabus thematisieren sind trotzdem selten und um so kostbarer.

Vor einigen Jahren schon: Mutter hat Krebs von Brian Fies

Vor ein paar Wochen: Wir treffen uns im Traum
Sieben Häftlinge schreiben ein Buch, um ihren Kindern zu erklären warum Papa ins Gefängnis musste, was er da den ganzen Tag tut und dass er trotzdem weiterhin Papa bleibt.
Ein geniales Projekt!

Und jetzt: Mein schwarzer Hund von Matthew Johnstone
In klaren Bildern wird erklärt, was eine Depression mit einem Menschen macht und was man dagegen tun oder nicht tun kann. Vielleicht hilft dieses Buch gerade auch Angehörigen, besser mit dieser Krankheit umzugehen.