Wie ekel, schal und flach und unersprießlich

Sinnkrisen kommen zyklisch, wenn auch nicht unbedingt alle drei Wochen. Wer sowieso tagtäglich dem Zweifel huldigt muss sich nicht wundern, wenn dieser immer grösser wird und schließlich an allem nagt. Gerade jetzt hat er sich soweit durchgefressen, dass ich mir einfach nur gewaltig auf den Geist gehe.

Thus conscience does make cowards of us all;
And thus the native hue of resolution
Is sicklied o’er with the pale cast of thought,
And enterprises of great pith and moment
With this regard their currents turn awry,
And lose the name of action.

Ich muss mal gucken ob der Wind gerade auf Nordnordwest steht…

A Midsummer night’s dream

Ein Abend voller Lichter. Sonnenuntergang über dem Rhein. Gold wird zu Rot, zu Violett, zu Blau. Im Rücken den fast vollen Mond, so nah wie selten. Schwarze Schatten gegen blasses Leuchten. Vier Bäume, feenhaft bläulich von unten angestrahlt. Jeden Moment kann Puck hinter einem von ihnen hervorlugen, voller Hinterlist Titanias Träume hintertreiben und sich von Herzen über uns Sterbliche lustig machen.

Das Licht der Brücken auf dem Wasser. Kohlenkähne mit Namen wie ‚Michelangelo‘ und ‚Reality‘ ziehen vorüber und ein zweistöckiger Lastkahn voller fabrikneuer Autos, die so auch einmal Boot fahren dürfen. Eine Kerze flackert gegen all das an und spiegelt sich im halbvollen Glas. Und ich nehme noch einen Schluck und denke mir:

„Ich hatte ’nen Traum – ’s geht über Menschenwitz, zu sagen, was es für ein Traum war. Der Mensch ist nur ein Esel, wenn er sich einfallen läßt, diesen Traum auszulegen. Mir war, als wär ich – kein Menschenkind kann sagen, was. Mir war, als wär ich, und mir war, als hätt ich – aber der Mensch ist nur ein lumpiger Hanswurst, wenn er sich unterfängt zu sagen, was mir war, als hätt ichs; des Menschen Auge hat’s nicht gehört, des Menschen Ohr hats nicht gesehen, des Menschen Hand kann’s nicht schmecken, seine Zunge kanns nicht begreifen und sein Herz nicht wieder sagen, was mein Traum war. „

40 Winters

„When forty winters shall besiege thy brow,
And dig deep trenches in thy beauty’s field,
Thy youth’s proud livery so gazed on now,
Will be a tattered weed of small worth held.
Then being asked, where all thy beauty lies,
Where all the treasure of thy lusty days,
To say within thine own deep sunken eyes,
Were an all-eating shame, and thriftless praise.
How much more praise deserved thy beauty’s use,
If thou couldst answer, „This fair child of mine
Shall sum my count, and make my old excuse,“
Proving his beauty by succession thine.
This were to be new made when thou art old,
And see thy blood warm when thou feel’st it cold.“